LXDE Debian

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Die folgende Dokumentation stammt aus dem Buch Debian GNU/Linux von Heike Jurzik erschienen bei Galileo Press und wurde freundlicherweise mit Genehmigung der Autorin und des Verlags für die LXDE Community zur Verfügung gestellt.

Debian GNU-Linux.jpg
Buchinfo: 826 S., 3., aktualisierte und erweiterte Auflage 2009, geb., mit DVD, 39,90 Euro, ISBN 978-3-8362-1386-8


LXDE

Performantes System

LXDE ("Lightweight X11 Desktop Environment") (http://lxde.org/) ist eine schnelle und energiesparende Desktopumgebung, die sich vor allem für ältere Hardware eignet, aber auch auf Netbooks eine gute Figur macht. Genau wie Xfce und GNOME setzen die Entwickler auf die Bibliothek GTK+; Debian GNU/Linux "Lenny" hat Version 0.3.2.1 (letzte Vorschauversion von April 2008) im Gepäck.

LXDE-Komponenten

Die LXDE-Komponenten wurden so entwickelt, dass möglichst wenig Abhängigkeiten untereinander bestehen. Die einzelnen Bestandteile arbeiten daher weitgehend unabhängig voneinander, sodass Sie die meisten Programme auch unter anderen Desktopumgebungen einsetzen können. Zusätzliche Software, wie zum Beispiel Webbrowser, Office-Programme, Terminalanwendungen oder Netzwerkmanager, wandern nicht automatisch mit auf die Platte, wenn Sie die Desktopumgebung installieren. Anwender rüsten diese bei Bedarf selbstständig nach. Die wichtigsten und interessantesten LXDE-Module sind:

  • OpenBox: Die Basis von LXDE ist der Windowmanager OpenBox.
  • PCMan File Manager: LXDE bringt einen eigenen Dateimanager names PCManFM mit. Die Anwendung bietet zwar nicht die Funktionsvielfalt von Konqueror, Dolphin oder Nautilus, wartet aber doch mit den grundlegenden Features auf, darunter Tabs, Lesezeichen und verschiedene Ansichtsmodi.
  • LXPanel: Für die Verwaltung der Kontrollleisten zeigt sich dieses Modul verantwortlich.

Lxdeprogramme.png

LXAppearance, PCManFM, GPicView, Leafpad und LXTerminal

  • LXSession Lite: Der neue Sitzungsmanager LXSession Lite ist der Nachfolger von LXSession.
  • LXAppearance: Themes, Icons und die Schrift der Desktopumgebung richten Sie bequem über dieses kleine Tool ein.
  • Leafpad: LXDE liefert seinen eigenen grafischen Texteditor aus. Leafpad ist flink und einfach zu bedienen, verfügt allerdings nur über die allernotwendigsten Funktionen, wie zum Beispiel Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Suchen/Ersetzen, Drucken sowie PDF-/PostScript-Export, Zeilennummern-Anzeige und automatisches Einrücken.
  • GPicView: Ein einfacher Bildbetrachter ist ebenfalls mit an Bord. GPicView ist intuitiv zu bedienen und eine gute Alternative zu den KDE- und GNOME-Betrachtern.
  • LXTerminal: Das Standardterminal von LXDE heißt LXTerminal. Auch diese Anwendung unterstützt lediglich die Grundfunktionen (Kopieren, Einfügen und Tabs).
  • LXTask: Der Taskmanager und Systemmonitor ist unter Debian GNU/Linux "Lenny" nicht verfügbar.

Installation

Metapaket "lxde"

Sie installieren die schlanke Desktopumgebung als Administrator. Am schnellsten gelingt das, wenn Sie das Metapaket lxde einspielen; der Paketmanager löst Abhängigkeiten zu weiteren Komponenten selbstständig auf:


huhnix:~ # apt-get install lxde
...
Die folgenden zusätzlichen Pakete werden installiert:
  gamin gpicview leafpad libgamin0 libobparser21 
libobrender21 lxappearance lxde-common lxde-core 
lxde-settings-daemon lxpanel lxrandr lxsession-lite 
lxterminal obconf openbox openbox-themes pcmanfm xarchiver 
xdg-utils
...

Start

Nach der Installation können Sie LXDE im Displaymanager als Sitzung auswählen.

"lxsession-logout"

Wenn Sie den Befehl lxsession-logout in ein Terminal- oder Schnellstartfenster eintippen, sehen Sie denselben Dialog, den auch der Abmelden-Button im Startmenü oder im unteren Panel hervorruft. Hier finden Sie Knöpfe, um den Rechner herunterzufahren, den Benutzer zu wechseln und vieles mehr.

Erste Schritte

Übersichtliche Arbeitsumgebung

Nach dem Start der Desktopumgebung, der nur wenige Sekunden benötigt, präsentiert sich eine aufgeräumte Arbeitsumgebung. Den Hintergrund schmückt eine der drei mitgelieferten LXDE-Wallpapers; über einen Klick auf das Icon mit dem Haus starten Sie den Dateimanager PCManFM. Am unteren Bildschirmrand sehen Sie ein Panel mit den folgenden Komponenten (von links nach rechts): Startmenü, Anwendungsstartleiste (Symbole für Dateimanager, Terminal und Webbrowser), Button, der alle Fenster minimiert, Desktop-Pager (virtuelle Arbeitsflächen), Taskbar (Fensterliste), Prozessorlast-Monitor und Systembereich (Uhr, Bildschirmsperre und Knopf zum Verlassen, Neustarten, Herunterfahren usw.).

Welcher Webbrowser beim Klick auf das Panel-Icon startet, ist über die Einstellung von /etc/alternatives/x-www-browser geregelt. Für das Terminal ist /etc/alternatives/x-terminal-emulator verantwortlich.

Startmenü

Das Startmenü enthält Einträge für sämtliche installierte Debian-Pakete. Diese sind in den üblichen Kategorien Spiele, Bildung, Entwicklung, Unterhaltungsmedien, Grafik, Einstellungen, Systemwerkzeuge, Internet, Büro, Zubehör, Anwendungsstarter und Abmelden-Knopf organisiert.

Schnellstarter

Der Eintrag Ausführen im Startmenü oder die Tastenkombination Alt + F2 öffnet einen Dialog, in den Sie den Namen der ausführbaren Programmdatei eingeben. Während des Tippens zeigt das Fenster in einem nach unten aufklappenden Menü erste Treffer an, sodass Sie schnell die gesuchte Anwendung erreichen.

Der Desktop

Auf dem LXDE-Desktophintergrund sehen Sie in der Voreinstellung ein Icon mit einem Haus. Ein Doppelklick auf dieses startet den Dateimanager mit Ansicht des eigenen Home-Verzeichnisses. Weitere Symbole als Anwendungsstarter legen Sie nicht per Drag & Drop an; hier ist ein kleiner Umweg über die Shell oder den Dateimanager selbst nötig.

Symbole auf dem Desktop

Zunächst erstellen Sie einen neuen Ordner names Desktop in Ihrem Home-Verzeichnis. Auf der Shell geht das am schnellsten über den Befehl:


mkdir ~/Desktop

Danach kopieren Sie auf der Kommandozeile oder über den Dateimanager PCManFM Dateien oder Verzeichnisse in diesen Ordner, und die Symbole erscheinen sofort auf dem Hintergrund.

Anwendungsstarter

Eine Verknüpfung zu einem Programm, zu einer Datei oder zu einem Verzeichnis erstellen Sie ebenfalls auf der Kommandozeile. Hier kommt das Programm ln zum Einsatz. Um einen Anwendungsstarter zum Browser Iceweasel anzulegen, tippen Sie beispielsweise:


ln -s /usr/bin/iceweasel ~/Desktop/Iceweasel

Anschließend sehen Sie auf dem Hintergrund das neue Icon. Über einen Rechtsklick auf das Symbol und den Menüpunkt Eigenschaften verändern Sie den Namen und die Zugriffsrechte.

Konfiguration

Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Hintergrunds klicken und aus dem Kontextmenü Desktopeinstellungen wählen, öffnet sich das Dialogfenster Preferences. Es handelt sich um den Konfigurationsdialog des Dateimanagers PCManFM. Auf dem zweiten Reiter (Desktop) ist bereits voreingestellt, dass sich der Dateimanager um den Hintergrund und die dort abgelegten Dateisymbole kümmert.

Wenn Sie die Checkbox Beim Klicken auf den Desktopbereich Menüs des Fenstermanagers anzeigen aktivieren, blendet ein Rechtsklick auf den Hintergrund das OpenBox-Menü ein. Danach erreichen Sie die Desktopeinstellungen nur noch über das Menü BearbeitenEinstellungen aus PCManFM heraus.

Look & Feel

Hintergrund

Wenn Sie ein anderes Hintergrundbild für den Desktop einrichten oder den Hintergrund einfach nur farblich gestalten wollen, finden Sie die entsprechenden Menüs und Buttons ebenfalls auf dem Reiter Desktop im Dialogfenster Preferences. Das LXDE-Team liefert drei verschiedene Hintergrundbilder mit dem Projektlogo aus, in rot, grün und blau. Gefallen Ihnen diese Wallpapers nicht, so navigieren Sie einfach zu einer anderen Grafik im Dateiauswahldialog.

LXAppearance

Über das Startmenü • EinstellungenErscheinungsbild rufen Sie die Anwendung LXAppearance auf. Hier wählen Sie nicht nur eines der vielen mitgelieferten Themes oder Icon-Sets aus, sondern richten auch die Schriftart und -größe der Desktopumgebung ein. Weitere Konfigurationsmöglichkeiten betreffen die Darstellung von Text und Symbolen in den Werkzeugleisten.

Neue Icon-Sets

Reichen die mitgelieferten Symbole nicht aus, oder wollen Sie einen neuen Look testen, so können Sie sämtliche unter http://art.gnome.org/ angebotenen Icon-Sammlungen mit LXAppearance verwenden. Laden Sie einfach die entsprechenden Dateien mit der Endung .tar.gz oder .tar.bz2 auf die eigene Festplatte herunter, gehen Sie in LXAppearance zum Reiter Icon, und klicken Sie unten links auf Install. Im folgenden Dateiauswahldialog navigieren Sie bis zur Archivdatei und bestätigen über Öffnen. Das neue Icon-Set steht dann sofort zur Verfügung.

Lxappearance.png

Neue Icons installieren Sie mit wenigen Mausklicks.

Das Panel

Konfiguration

In der Voreinstellung zeigt LXDE unter Debian GNU/Linux "Lenny" ein Panel am unteren Bildschirmrand. Über einen Rechtsklick auf diese Leiste und den Menüpunkt Panel-Einstellungen richten Sie das Panel ein.

Aussehen

Auf dem Reiter Allgemein entscheiden Sie über die Position und Größe der Leiste. Bis zu vier Panels an allen vier Seiten sind möglich. Auch das Aussehen (wahlweise mit einem Hintergrundbild geschmückt) stellen Sie auf diesem Reiter ein.

Elemente des Panels

Über den Reiter Panel-Erweiterungen wählen Sie die Panel-Elemente und ihre Anordnung aus. Klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen, um eine Liste aller Erweiterungen einzublenden. Hier finden Sie Applets für Lautstärkeregler, Netzwerk- und Akkumonitor und vieles mehr. Um die einzelnen Elemente anzuordnen, setzen Sie die Reihenfolge über die beiden Pfeilschaltflächen -- ein Hin- und Herziehen per Drag & Drop ist nicht möglich.

Hinter Systembereich verbirgt sich ein Systemabschnitt für die Kontrollleiste, in dem minimierte Programm-Icons der GNOME- und KDE-Anwendungen Platz finden.

Lxde4.png

Wo die Icons auf dem Panel liegen, bestimmen Sie in diesem Dialog über die Reihenfolge.

PCManFM (Dateimanager)

Schlank und funktionell

LXDE bringt seinen eigenen Dateimanager mit: PCManFM ("PCMan File Manager") ist ein flinkes Programm, das auch auf älteren Computern noch flüssig Ihre Daten verwaltet. Das Programm unterstützt Tabbed Browsing (wie von Webbrowsern her gewohnt), Vorschaubilder, verschiedene Ansichtsmodi und Lesezeichen; PCManFM ist außerdem für das Zeichnen der Desktop-Icons zuständig.

Navigation

Start

Wenn Sie den Dateimanager über einen Klick auf das Haus-Icon auf dem Desktophintergrund, auf das Ordnersymbol links unten im Panel oder über Eingabe von pcmanfm in ein Schnellstart- oder Terminalfenster starten, präsentiert PCManFM das eigene Home-Verzeichnis.

Sie navigieren entweder über die Adressleiste oder über Doppelklicks mit der Maus. Bevorzugen Sie den einfachen Klick, so aktivieren Sie das Feature über BearbeitenEinstellungen und Aktivieren der Checkbox Open files with a single click auf dem Reiter Allgemein.

Seitenleiste

Alternativ erreichen Sie Ihr Ziel auch über die linke Seitenleiste, die Sie über F9 aus- und wieder einschalten. Für diese praktische Leiste stehen zwei verschiedene Ansichtsmodi zur Verfügung: Orte und Baum. Sie wechseln die Anzeige am schnellsten über die beiden Symbole links unter der Leiste, finden das Feature aber auch im Menü AnsichtSeitenleiste.

Pcmanfm1.png

Die Seitenleiste des Dateimanagers mit der Baumansicht

Tabs und Favoriten

Zwei Funktionen sorgen für mehr Komfort beim Arbeiten mit PCManFM: Orte lassen sich in neuen Reitern öffnen (zum Beispiel wenn Sie einen Ordner mit der mittleren Maustaste anklicken), und oft besuchte Verzeichnisse legen Sie einfach als Lesezeichen ab. Im gleichnamigen Menü finden und verwalten Sie Ihre Lieblingsorte.

Ansichtsmodi

Im Menü Ansicht schalten Sie zwischen der Symbol-, Listen- oder Teilansicht um. Für Grafikdateien blendet PCManFM eine kleine Vorschau ein (sofern das Dateiformat bekannt ist). Dieses Feature und die Größe der Icons für die Symbol- und Listenansicht richten Sie im erwähnten Dialog Einstellungen ein. Wenn Sie Wert auf Informationen zu Dateigröße, -typ und Zugriffsrechten haben, ist die Detailansicht die richtige Wahl.

Um verborgene Dateien und Verzeichnisse einzublenden, klicken Sie entweder im Menü Ansicht auf den gleichnamigen Eintrag, oder verwenden Sie die Tastenkombination Strg + H.

Arbeiten mit Dateien

Standardanwendung

Wenn Sie eine Datei doppelklicken, startet PCManFM ein bestimmtes Programm. Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Datei und entscheiden sich im Menü Öffnen mit für eine andere Anwendung. Welches Programm standardmäßig bei bestimmten Dateitypen startet, definieren Sie über den Dialog Eigenschaften aus dem Kontextmenü der rechten Maustaste. Wählen Sie hier auf dem Reiter Allgemein aus dem Dropdown-Menü Open with eine Anwendung aus. Diese Einstellung gilt danach automatisch für alle Dateien dieses Typs.

Pcmanfm2.png

Ein Standardprogramm wählen Sie im Menü "Eigenschaften" aus.

Kopieren, Verschieben und Löschen

Mit Drag & Drop erledigen Sie diese Aufgaben am schnellsten: Fassen Sie eine Datei oder einen Ordner mit der linken Maustaste an, und ziehen Sie das Objekt an einen neuen Ort, so verschiebt PCManFM es dorthin. Um hingegen etwas zu kopieren, halten Sie zusätzlich die Strg-Taste gedrückt. Alternativ markieren Sie ein oder mehrere Dateien beziehungsweise Verzeichnisse und wählen die gewünschte Operation aus dem Menü Bearbeiten aus -- oder Sie verwenden eine der bekannten Tastenkombinationen: Strg + C (Kopieren), Strg + X (Ausschneiden), Strg + V (Einfügen) und Entf (Löschen).

Dateien und Ordner benennen Sie am schnellsten um, indem Sie ein oder mehrere Objekte markieren und F2 drücken. Die Funktion finden Sie auch im Menü Bearbeiten oder über das Kontextmenü der rechten Maustaste.

Mehrere Objekte markieren

Um mehrere Dateien oder Ordner zu markieren, ziehen Sie entweder mit der Maus einen Rahmen um die gewünschten Objekte oder halten die Strg-Taste gedrückt, während Sie einzelne Dinge anklicken. Die Tastenkombination Strg + A zum Auswählen aller Objekte im aktuellen Verzeichnis funktioniert auch unter PCManFM.

Zugriffsrechte

Wenn Sie mit der rechten Maustaste eine Datei oder einen Ordner anklicken und Eigenschaften auswählen, können Sie auf dem zweiten Reiter die Zugriffsrechte anpassen.

PCManFM bietet zwei verschiedene Suchfunktionen: Wenn Sie einen Suchbegriff im aktuellen Fenster eintippen, wählt der Dateimanager immer die Datei aus, die mit dem bisher Getippten übereinstimmt. Eine komfortable Suche per Dialog in ausgesuchten Ordnern, auch im Inhalt von Dateien und sortiert nach Größe und Datum, blenden Sie über die Taste F3 ein.

Windowmanager OpenBox

Das Herzstück der flinken Desktopumgebung ist der Fenstermanager OpenBox (http://icculus.org/openbox/). Ursprünglich auf dem Quellcode von Blackbox basierend, wurde der Windowmanager ab Version 3 völlig neu geschrieben, erinnert optisch aber immer noch an den Vorgänger. OpenBox müssen Sie nicht zwingend zusammen mit LXDE einsetzen; der Windowmanager verrichtet auch standalone ohne die LXDE-Erweiterungen seinen Dienst.

OpenBox einrichten

Der Windowmanager bringt sein eigenes grafisches Konfigurationsprogramm mit. Sie rufen es entweder über das Startmenü • EinstellungenOpenbox Konfiguration Manager oder über Eingabe von obconf in ein Terminal-/Schnellstartfenster auf. Wenn Sie in den PCManFM-Einstellungen ausgewählt haben, dass das OpenBox-Menü beim Rechtsklick auf eine freie Stelle des Hintergrunds startet, finden Sie auch dort einen Eintrag für ObConf. Über die Reiter auf der linken Seite erreichen Sie die folgenden Konfigurationsmöglichkeiten:

Virtuelle Arbeitsflächen

  • Theme: Zahlreiche Themes für die Gestaltung der Fenster- und Menüleisten sind bereits in der Voreinstellung dabei. Diese liefert das Paket openbox-themes, das automatisch installiert wurde. Weitere Themes finden Sie auf der Seite http://www.box-look.org/.
  • Appearance: Hier finden Sie allgemeine Einstellungen zum Aussehen der Fenster, der Titelleisten und zu den verwendeten Schriftarten.
  • Windows: Ein paar Optionen zur Anordnung von Programmfenstern bietet dieser Reiter.
  • Move & Resize: Hier stellen Sie ein, was beim Verschieben und Verändern der Fenstergröße passiert. Die praktische Funktion Switch desktops when moving a window past the screen edge sorgt dafür, dass Sie Anwendungsfenster mit der Maus von einem Desktop auf den nächsten ziehen können.
  • Mouse: Wenn Sie das Feature "Focus follows Mouse" gesucht haben, werden Sie hier fündig. Außerdem richten Sie hier ein, was beim Doppelklick auf eine Titelleiste geschieht.
  • Desktops: In der Voreinstellung blendet OpenBox eine kurze Benachrichtung mit dem Namen der virtuellen Arbeitsfläche ein, wenn Sie den Desktop wechseln. Stört Sie die Funktion, so stellen Sie sie hier ab. Auf diesem Reiter konfigurieren Sie auch die Anzahl der virtuellen Arbeitsflächen (bis zu 100 sind möglich) und geben diesen Namen.
  • Margins: In diesem Bereich können Sie die Randbereiche für Ihren Desktop einrichten. Stellen Sie eine Begrenzung von ein paar Pixeln für den rechten und linken Rand ein, so platziert der Windowmanager in diesem Bereich keine Programmfenster mehr.
  • Dock: Sollten Sie ein Dock verwenden wollen, können Sie hier die Position und das Verhalten einstellen.

Alle Einstellungen, die Sie in ObConf vornehmen, sind sofort aktiv -- einen Button Anwenden oder Voreinstellung gibt es nicht. Wenn Sie die Konfigurationsdatei im Editor bearbeiten, klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle. Wählen Sie dann aus dem Menü Reload Config Files, um die neue Konfiguration zu aktivieren.

"lxde-rc.xml"

Alles Weitere richten Sie über \~/.config/openbox/lxde-rc.xml ein. Die XML-Datei bearbeiten Sie mit einem Texteditor.(Als Vorlage dient die systemweite Einrichtungsdatei /etc/xdg/openbox/rc.xml, die Sie auch heranziehen können, falls Sie sich "verkonfiguriert" haben und noch einmal neu beginnen möchten.)

Tastenkürzel

In der XML-Einrichtungsdatei sind vor allem die Tastaturkommandos zur OpenBox-Steuerung interessant. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Standardeinstellungen:

Tasten Funktion
Strg + Alt + Pfeil links Wechselt auf den nächsten virtuellen Desktop links.
Strg + Alt + Pfeil rechts Wechselt auf den nächsten virtuellen Desktop rechts.
Strg + Alt + Pfeil auf Wechselt auf den nächsten oberen virtuellen Desktop.
Strg + Alt + Pfeil ab Wechselt auf den nächsten unteren virtuellen Desktop.
Umschalt + Alt + Pfeil links Verschiebt das aktuelle Programmfenster einen Desktop nach links.
Umschalt + Alt + Pfeil rechts Verschiebt das aktuelle Programmfenster einen Desktop nach rechts.
Umschalt + Alt + Pfeil auf Verschiebt das aktuelle Programmfenster einen Desktop nach oben.
Umschalt + Alt + Pfeil ab Verschiebt das aktuelle Programmfenster einen Desktop nach unten.
Windows + F1 Springt zum ersten virtuellen Desktop.
Windows + F2 Springt zum zweiten virtuellen Desktop.
Windows + D Zeigt den Desktop an.
Alt + Esc Verschiebt das aktuelle Fenster in den Hintergrund.
Alt + Tabulator Wechselt zwischen den Programmfenstern.

Tastenkürzel modifizieren

Um Tastenkürzel zu verändern oder neue hinzuzufügen, bleibt Ihnen ein Ausflug in die Konfigurationsdatei nicht erspart. Öffnen Sie die Datei \~/.config/openbox/lxde-rc.xml in einem Texteditor Ihrer Wahl, und suchen Sie nach dem Bereich . Die Struktur der Tags folgt einer strikten Hierarchie:


    <keybind key="W-F1">
      <action name="Desktop">
        <desktop>1</desktop>

      </action>
    </keybind>

In der ersten Ebene steht hinter keybind jeweils die Tastenkombination. Im Listing ist das W-F1, also Windows + F1. Die Aktion wird danach beschrieben: Das Kürzel wechselt auf den ersten virtuellen Desktop. Um den Shortcut zu verändern und beispielsweise die Funktion auf die Kombination Alt + 1 zu legen, verändern Sie den Eintrag in der Konfigurationsdatei, sodass hier nun steht:


    <keybind key="A-1">
      <action name="Desktop">
        <desktop>1</desktop>

      </action>
    </keybind>

Namen der Tasten

Die einzelnen Tasten sprechen Sie über die folgenden Bezeichner an: C steht für Strg, A für Alt, W für Windows, Left für Pfeil links, Right für Pfeil rechts, Up für Pfeil auf, Down für Pfeil ab, Escape für Esc, space für die Leertaste, Tab für Tabulator und S für Umschalt. Die Ziffern- und Funktionstasten heißen wie zu erwarten 1, 2 usw. und F1, F2 usw. http://icculus.org/openbox/index.php/Help:Bindings bietet weitere Informationen zu diesem Thema (in Englisch).

Außer den Tastenkombinationen zur OpenBox-Steuerung stehen zusätzlich einige Mausgesten zur Verfügung: Rechtsklick auf den Desktophintergrund zeigt das OpenBox-Menü an, und wenn Sie mit der mittleren Maustaste (oder dem Rad) auf einen freien Bereich klicken, sehen Sie eine Liste aller geöffneten Programmen auf allen virtuellen Arbeitsflächen. Halten Sie Alt gedrückt, und klicken Sie mit der rechten Maustaste in ein Fenster, um es größer oder kleiner zu ziehen. Über Alt und die linke Maustaste verschieben Sie ein Fenster. Praktisch ist darüber hinaus ein Mausrad: Bewegen Sie dieses über dem Desktophintergrund auf und ab, um schnell durch die Arbeitsflächen hindurchzuwechseln.

Siehe Auch

Links

Copyright

  • Bei diesem Wikibeitrag handelt es sich um einen Buchauszug. Die Dokumentation wurde der LXDE freundlicherweise als Leseprobe zur Verfügung gestellt. Sie fällt unter das Copyright von Galileo Press und Heike Jurzik.